Freitag, 13.11.2020 – Deutsches Theater – DT-1 – DOPPELKONZERT

43. Göttinger Jazzfestival 2020

Jazzfestival Göttingen

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Freitag, 13.11.2020 – Deutsches Theater – DT-1 – DOPPELKONZERT

20.00 Uhr & 22.30 Uhr – Theaterplatz 1

Rymden

Bugge Wesseltoft p, key Dan Berglund b Magnus Öström dr

Rymden ist ein Klaviertrio, dessen Existenz lange undenkbar schien. Der Schlagzeuger Magnus Öström konnte sich nach dem tragischen Tod von Esbjörn Svensson im Jahr 2008 nicht vorstellen, jemals wieder in einer Trioformation zu spielen. Öström und der Bassist Dan Berglund hatten gemeinsam mit dem Pianisten unter dem Kürzel e.s.t. ganz neu definiert, was in dieser Konstellation möglich war, und damit große Erfolge gefeiert. Aber irgendwann war da dieser norwegische Pianist, der eine völlig andere Auffassung von seinem Instrument hat, aber ebenfalls ständig auf musikalische Entdeckungsfahrt zieht: Bugge Wesseltoft, Erfinder der „New Conception of Jazz“. Das Unmögliche war plötzlich denkbar: Rymden (Schwedisch für Raum) war geboren.

Seit ihrem Debütalbum „Reflections & Odysseys“ (2019) und einer ersten Konzertreihe hat sich diese Band mächtig entwickelt, was auch ihr neues Album „Space Sailors“ dokumentiert. Das schwedisch-norwegische Trio setzt seinen Genre-sprengenden Weg fort. Alle drei Musiker wurden Anfang der 1960er Jahre geboren, alle wuchsen mit Jazz, Fusion, Prog-Rock und Volksmusik auf und bedienen sich aus diesen Bereichen für ihre intelligente, überraschende Musik voll ungezügelter Energie. Auch Magnus Öström ist glücklich an diesem Punkt: „Mit den Jungs spielen zu können, überhaupt wieder in einem Trio, das ist wirklich etwas ganz Besonderes. Wir fliegen. Aber nicht, weil wir von hier fortwollen. Es geht eigentlich darum, neue Territorien zu erkunden, sowohl musikalisch, philosophisch als auch menschlich.“

Trilok Gurtu, Frederik Köster & Florian Weber

Trilok Gurtu perc Frederik Köster tp Florian Weber p

Er ist einer der ganz Großen in der World Musik und im Jazz, ja, eine lebende Legende: Trilok Gurtu, der aus Indien stammende Drummer und Percussionist. Seit den neunziger Jahren ist der dem weltweiten Publikum durch seine Zusammenarbeit mit John McLaughlin, Joe Zawinul, Don Cherry oder der Jan Garbarek Group bekannte Musiker mit seinen Projekten unterwegs. Auf allen Stationen seiner langen Karriere hat sich der Meisterschlagzeuger und Weltmusikpionier am Berührungspunkt der klassischen indischen Musik mit der westlichen Jazztradition, Funk und den afrikanischen und brasilianischen Musiktraditionen positioniert. 

Mit dem Trompeter Frederik Köster und dem Pianisten Florian Weber hat Trilok Gurtu zwei der exzellentesten deutschen Jazzmusiker eingeladen, an seinem neuesten Projekt mitzuwirken, dem Album „God Is A Drummer“. Mit dieser Musik würdigt er einige seiner bereits verstorbenen Kollegen und Vorbilder, die ihn über die Jahre begleitet und inspiriert haben. Zum Titel erklärt der Leader: „Ich habe das Album so genannt, weil ohne den Drummer nichts läuft. Ohne Bewegung stoppt die Welt. Die Erde rotiert und das ist Bewegung. Die Wellen des Ozeans, die Blätter, die vom Baum fallen, Menschen, die miteinander sprechen … alles ist Bewegung, ist Rhythmus und Energie. In jedem Moment gilt für mich daher: Gott ist ein Drummer.“