Samstag, 13.11.2021 – Deutsches Theater – DT-1 – DOPPELKONZERT

44. Göttinger Jazzfestival 2021

Jazzfestival Göttingen

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Samstag, 13.11.2021 – Deutsches Theater – DT-1 – DOPPELKONZERT

20.00 Uhr & 22.30 Uhr – Theaterplatz 1

Monk’s Casino

Rudi Mahall bcl Christof Thewes tb Alexander v. Schlippenbach p Jan Roder b Michael Griener dr

Monk’s Casino hat sich in der Urbesetzung schon Mitte der 1990er Jahre formiert und sich 2004 an die bemerkenswerte Aufgabe gemacht, das Gesamtwerk von Thelonious Monk (1917–1982) komplett einzuspielen. 2005 erschien eine Dreifach-CD bei Intakt, die im Jahr zuvor live im Berliner A-Trane aufgenommen wurde. In den Folgejahren war Monk’s Casino regelmäßig unterwegs – selbstverständlich auch rund um Monks runden Geburtstag 2017.

Die Themen von Thelonious Monk sind prägnant, im Kern meist recht kurz und ausgesprochen eingängig. Genau das richtige Spielmaterial für die Musiker von Monk’s Casino: Sie kapern die Titel, und da alle fünf vorwiegend im Freien Jazz zu Hause sind, halten sie sich nicht lange mit der traditionellen Abfolge von Vorstellung des Themas und ausführlichen Soloeskapaden auf. Sie gehen rasant und kollektiv zur Sache, nutzen die originelle Kantigkeit der Kompositionen, um sie innerhalb der Stücke zu verschachteln. Da werden Titel kombiniert, überlagert, die Interaktion ist extrem dicht und spontan. Mit aberwitzigen Volten scheinen sich die Musiker immer wieder gegenseitig zu überraschen. Und auch der Witz der Monk’schen Stücke kommt nicht zu kurz, gelegentlich wird am Rand des Klamauks gekratzt. Gerade das ist der Clou an diesem Programm: Monk’s Casino geht mit der Respektlosigkeit ans Werk, die dem „Genius of Modern Music“ gebührt. So gehört Monk gespielt.

Rabih Abou-Khalil

Rabih Abou-Khalil oud Luciano Biondini acc Jarrod Cagwin dr, perc

Rabih Abou-Khalil ist ein Grenzgänger zwischen den Welten von traditioneller arabischer Musik und europäischer Klassik bis hin zum Jazz. Gleich einem Wanderer zwischen den Kulturen verbindet der im Libanon geborene und nach langem Aufenthalt in Deutschland mittlerweile in Frankreich lebende Oud-Virtuose und Komponist arabische, europäische und amerikanische Musik zu einer hochintelligenten Melange fernab jeglicher Worldmusic-Moden. 

Mit wachem Geist, hoher spielerischer und kompositorischer Kompetenz und einer guten Portion Humor gelingt es ihm auf außergewöhnliche Weise, die oftmals konträren Welten miteinander zu verschmelzen. Seine Kompositionen vereinen arabische Metren und Tonskalen wie auch ausgeprägte Improvisationen. Das Ergebnis ist eine frische Musik, faszinierend komplex, mitreißend virtuos, hochsinnlich. 

Kongeniale Begleiter und jahrelange Weggefährten sind der US-Amerikaner Jarrod Cagwin an Drums und Percussion sowie der italienische Akkordeonist Luciano Biondini. Letzterer wird manchem noch in Erinnerung sein durch seinen Auftritt mit der Band des Vokalartisten Andreas Schaerer beim Göttinger Jazzfestival 2017. Und wer tief in die Historie blickt, wird auch bei Rabih Abou-Khalil fündig: 1995 war ihm bereits die große Bühne des Deutschen Theaters bereitet.